Der Esoblog

Texte zu esoterischen Themen

Tag: Esoterik

2013

Was wird eigentlich 2013 passieren? Diese Frage stelle ich mir immer wieder wenn ich in einer Buchhandlung in die Esoterikabteilung komme und dort die nicht enden wollende Vielzahl von Büchern zum Thema 2012 sehe. Wovon werden denn die Autorinnen und Autoren all dieser Bücher leben, sobald das erwähnte Datum endlich eingetroffen ist. Ich weiss, es sind nahezu ketzerische Fragen, die ich mir stelle. Ob wir dann endlich im Zentrum der Galaxis gelandet sind, oder ob der Aufstiegsprozess bereits soweit fortgeschritten ist, dass wir alle nur noch von Licht und Liebe leben werden? Oder wird uns zu diesem Zeitpunkt bereits der Planet Nibiru mit all seinen Schrecken eingeholt haben?

Sorry für soviel Frechheit, aber ich mache mir eben immer wieder Gedanken, denn ich bin - obwohl der Esoterik nicht abgeneigt - mit gar nicht so wenig Bildung zum Thema Physik ausgestattet und weiss, dass es ins Zentrum der Galaxis noch ein ziemlich weiter Weg ist. Außerdem bin ich von Geburt her Widder - somit äußerst streitbar - und finde an einer Existenz in Licht und Liebe so gar nichts Attraktives. Ganz abgesehen vom äußerst langweiligen Menüplan der Lichtesser.

Viel lieber als in Licht und Liebe und jenseits der “bösen Polaritäten” zu leben, streite ich mich nämlich hier auf Erden herum und finde an der gepflegten Streitkultur doch so einiges Vorteilhaftes. Den Kampf des Dalai Lamas für Tibet finde ich z. B. sowohl inhaltlich als auch von der Art und Weise her äußerst ansprechend. Kämpfen muss ja nicht immer bedeuten, dass zwei Streithähne mit Schwertern oder Knüppeln aufeinander einschlagen, kämpfen hat ja auch etwas Positives. Und selbst Jesus hat ja die Händler aus dem Tempel geworfen (OK; Zugegeben: Jesus war kein Esoteriker im heutigen Sinne und hätte wohl auch eine Menge Schwierigkeiten in der New-Age Szene. Aber das ist ein anderes Kapitel.)

Aber bleiben wir bei der Ausgangsfrage: Was wird 2013 passieren, wie werden die Esobuchhandlungen den immer noch wachsenden Markt befriedigen? Werden sie zugeben müssen, dass der Hype um 2012 vor allem ökonomische Interessen hat und dass gar nicht passieren wird? Damit wären sie wohl in prominenter Gesellschaft. Denn auch die Christen warteten die ersten Jahrhunderte lang geduldig auf die Wiederkunft Christi und seine Ideale in die Zukunft zu projizieren, ist ja eine altbekannte Technik aktuelles Versagen schön zu reden.

So, das wars im Wesentlichen. Zum Abschluss gibt es noch noch ein wenig Infos des Pleiadischer Rats zur aktuellen Situation. (Ich habs Euch ja gesagt, dass ich Widder mit Sinn für Humor bin!  ;) )

“Wir möchten der Krieger Brigade für Ihren kollektiven Aufbruch in die echte, authentische Daseinsform des Lichts gratulieren. Das Jahr 2011 ist das Jahr der Auferstehung, der Wesen des authentischen spirituellen Ursprungs als die auferstandenen Führer des neuen Paradigmas … man wird ihnen bis zum Neuen Tag folgen. ”
-Pleiadischer Hoher Rat

Quelle: hier

Neues Urteil im Prozess gegen Kartenlegerin

Heute revidierte der deutsche Bundesgerichtshof in Karlsruhe ein Urteil, bei dem eine Kartenlegerin ziemlich hohe Honorarforderungen an einen ihrer Klienten stellte, der sie aufgrund von Beziehungsproblemen konsultiert hatte. Der Mann hatte - nachdem sich seine Freundin von ihm getrennt hatte - 35.000 Euro an Beratungshonoraren gezahlt und hatte dann immer noch eine offene Rechnung von 6.700 Euro, die er nicht mehr bezahlen wollte. Die Wahrsagerin klagte ihn und versuchte das Geld über das Gericht einzutreiben. In den ersten beiden Instanzen scheiterte sie allerdings mit ihrem Versuch, die Richter begründeten ihre abschlägigen Urteile immer mit der “Unseriosität” der angebotenen Dienstleistung des Kartelnlegens.

Das heutige Urteil des Bundesgerichtshofs gab der Kartenegerin zwar auch nicht recht, allerdings argumentierten die Richter in ihrer Urteilsbegründung deutlich differenzierter. Obwohl das Gerich nach wie vor der Ansicht war, dass “der Gebrauch übernatürlicher, magischer Kräfte und Fähigkeiten objektiv unmöglich sei” machten sie deutlich, dass die Frau dennoch Anspruch auf Bezahlung hätte. Warum ihr das Gericht dennoch die restlichen 6.700 Euro nicht zusprach? Die Frau brachte - so die Bundesrichter - den Mann, der sich ja in einer Notsituation befand,  in psychische Abhängigkeit. Und eben diese psychische Abhängigkeit wurde ihr zum Verhängnis.

Ein großes Lob an die Richter, die wirklich objektiv urteilten! Die Frau, die selbst vom Tarotverband als “Schwarzes Schaf” innerhalb der Branche bezeichnet wird, steht dagegen vor dem Problem, dass sie fast die ganze Branche der Hellseher, Kartenleger, Astrologen… in die Bredouille brachte. Denn die bisherigen Urteile hatten ja alle Dienstleister im esoterischen Bereich pauschal als “unseriös” gebrandmarkt und ihnen das Eintreiben von offenen Rechnungen (selbst von Berechtigten!) unmöglich gemacht.

Ungenaue Esoterik

Bei meinem Artikel über die Aura habe ich es wieder mal gemerkt: Die Esoterik ist ein ungenaues Geschäft. Das ist zwar im Grundde ganz OK, weil ja “spirituelle Dinge” ohnehin nie ganz scharf zu fokussieren sind. Wenn man aber in Deutschland lebt, und man dann mitkriegt, wie genau hier alles abläuft, und auch die Esos hier immer alles sehr genau wissen, dann ist man eben daran interessiert mit der Genauigkeit der anderen mithalten zu können. ;)

Tatsache ist aber, dass die Esoteriker einander alle fürchterlich wiedersprechen. Bei der Aurafarbe, das habe ich inzwischen herausgefunden, macht das Wiedersprechen übrigens sogar Sinn: Die Farbe der Aura ändert sich mit dem Gemütszustand und ist ohnehin für alle Aurasichtigen unterschiedlich, weil auch der energetische Zustand des Sehers das Ergebnis bestimmt. Fazit (auf gut Österreichisch): Is eh wurscht ;) (Übersetzung: “Ist ohnehin egal” für die verehrten deutschen Leser ;) )

Aber bei anderen Themen ist der wiederspruch nochh gravierender. ein Beispiel gefällig? Gerne. Nehmen wir die simple Frage, warum es heute so viele Menschen auf der Welt gibt. Wie passt denn das mit der Wiedergeburt zusammen?
Die Antworten können wohl unterschiedlicher nicht sein: Während manche meinen, dass die meisten der “neuen” Menschen eben früher Tiere waren und jetzt aufgestiegen wären, sagen andere, dass sich die Seelen wohl geteilt hätten. (Und ich dachte Seelen wären zeitlos unzerstörbar und unvergänglich.) Und dritte meinen gar, dass die zusätzlich Inkarnierten von anderen Sternen kommen würden.

Was tun, wenn die Meinungen so sehr auseinanderdriften? Mir als Zaungast der Esoterik kann es ja glücklicherweise egal sein. ;) Ich betreibe nur eine kleine Webseite, wundere mich manchmal, staune viel und habe ansonsten keine Lehrmeinung, die ich verteidigen muss. Glücklicherweise. Ich kann mir also erlauben ganz entspannt über die Besserwisser zu lächeln. ;)

Bücher

Erstaunlich wie groß die Unterschiede in der esoterischen Ecke doch sein können. Drei Bücher liegen seit einiger Zeit auf meinem Nachttisch und ich lese immer wieder in ihnen. Allerdings mit deutlich unterschiedlichem Vergnügen. Während ich bei dem bekannten Medium James van Praagh (Das Buch: Geister sind unter uns) leider eher wenig Spiritualität erkennen kann und den starken Verdacht habe, dass der Mann mehr der Showbranche zuzurechnen ist, liegt die Situation bei Charles Leadbeater anders.

Auch wenn man an Charles W. Leadbeater vielleicht einiges aussetzen kann (z. B. dieser interessante Beitrag hier: irischestagebuch.wordpress.com/2008/01/14) so schreibt er dennoch interessant. Jedenfalls nicht um einen zusätzlichen Fernsehauftritt zu erhalten. Denn Fernsehen gab es ja zu seiner Zeit noch nicht.

Aber die Darstellungen, die er in den beiden Büchern “Die Mentalwelt” und “Die Astralwelt” vom Jenseits gibt, sind wirklich äußerst interessant. Ein befreundetetes Medium hat mir übrigens bestätigt, dass Charles Webester Leadbeater mit seinen Beschreibungen ziemlich nahe der Wirklichkeit liegen soll.

Links:
http://okkultismusbernatrliches.blogspot.com/2009/01/die-weite-zwischen-himmel-und-erde.html
http://www.achtphasen.net/index.php/yoga/2007/01/28/p171

Kommerz und Esoterik

Na ja, eigentlich wollte ich etwas über Esoterik und Kommerz schreiben. Also sozusagen über das Geschäft mit den Räucherstäbchen, Mondsteinen, Medidationskissen und Engelkarten. Weil Esoterik, das sollte ja, eigentlich der Pfad zur Erleuchtung sein.

Oder so ähnlich jedenfalls.

Weil Dinge wie Astro TV, Engelkartendesigner, Ferneinweiher, Wochenend-Erleuchtungslehrer, Reikisten mit 13-stufigen Astralreiki, auf- und zugestiegene Aurafotografen und auch reinkarnierte Farbhamonisierer, die gibt es meiner Meinung nach erst ab dem Ende des 20. Jahrhunderts.

Vorher war Esoterik irgendwie anders. Da konnte man vielleicht Zen-Mönch werden und den ganzen Tag lang eine Wand anstarren, bis man den Sinn des Universums begriffen hatte. Eine äußerst unspektakuläre Sache, bei der dummer Weise niemand was daran verdienen konnte.

Aber leider, habe ich in der gesamten Bloggosphäre kaum Beiträge dazu gefunden. Also wurde der Beitrag radikal gekürzt. Lediglich Wolf Schneider vom Connection Magazin scheint irgendwie meiner Meinung zu sein. Und in Liliths Blog habe ich was über die Wahrsagersucht entdeckt. Sonst war es verdächtig still.

Wer also Blogs zum Thema kennt, darf sich gerne mit einem Kommentar verewigen!

Esoterik-Hotlines

Questico ist wohl dasjenige Beraterportal, das am häufigsten genannt wird, wenn es um das Geschäft mit der Esoterik geht. Immer wieder werden Vorwürfe erhoben, dass die Questico AG Menschen von ihren Diensten abhängig machen würde. So ist es bereits mehrfach vorgekommen, dass Ratsuchende (meistens Frauen) sich massiv verschuldet haben, um die Dienste von Questico in Anspruch zu nehmen.

Zugegeben. Es gibt sehr viele Unternehmen, die von der Sucht ihrer Kunden recht gut leben. Also sollte man diese Vorwürfe gegen Questico auch nicht über das notwendige Maß hinaus dramatisieren und mit zweierlei Maß messen. Wenn man gegen Abhängigkeitsverhältnisse ist, dann bitte bei allen Firmen und Konzernen gleichermaßen!

Das „wirkliche Problem“ liegt meiner Meinung nämlich ganz wo anders: Questico ist nämlich ein „Esoterikportal“, und aus irgend einem Grund ist man der Ansicht, dass Esoteriker moralisch höherwertiger sein sollen, als ihre Umwelt. Diese moralische Höherwertigkeit ist aber bei Questico sicher nicht gegeben. Questico ist einfach nur ein ganz normaler Konzern, der gewinnorientiert arbeitet und dabei sehr effizient und gezielt vorgeht.

Ich kenne zahlreiche Mitarbeiterinnen (meist sind es ja Frauen), die für das Portal arbeiten persönlich und ich muss sagen, dass sich deren Alltag nur sehr wenig vom Alltag anderer Heimarbeiterinnen unterscheidet. Und auch in der Akquise, ist Questico gut, zielstrebig und erfolgreich. Zumindest wenn man „kapitalistische Kriterien“ in der Beurteilung heranzieht.

Problematisch ist eher die Frage was ein Beraterportal generell mit anspruchsvoller Esoterik zu tun haben kann. Denn wirklich hochwertige Heiler oder Medien werden wohl kaum telefonisch abrufbar sein. (Oder könnte sich jemand Bruno Gröning, Joao de Deus, Jesus oder Meister Eckhart auf einer Hotline vorstellen?) Was also unterm Strich bleibt, das ist ein ungutes Gefühl im Bauch, wenn „heilige Dinge“ kommerziell ausgebeutet werden.

Weiterführende Sites:
www.lilith-blog.de
lenormand-cafe.de