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Karma und Seelenpartner

Dieser Text untersucht karmische Beziehungen sowie das Thema Karma und Seelenpartner.

Warum passiert etwas? Warum passiert es hier, warum passiert es mir, warum dem Anderen oder warum passiert es nicht? Wann immer Menschen sich nicht vorbehaltlos einer Lebenserfahrung hingeben, tauchen diese Fragen auf. Und wir Menschen sagen scheinbar seit jeher zu vielen Erlebnissen innerlich Nein. Zumindest erklärt sich so, warum es nahezu in allen Kulturen und Religionen als Erklärung für jegliche Geschehnisse eine äußere, übergeordnete Instanz oder Gesetzmäßigkeit gibt, die in unser Leben eingreift und es steuert. So entstanden Modelle von personifizierten Göttern, die uns prüfen, bestrafen, belohnen und begnadigen, die man mit Opfern besänftigt, von deren Sanktionen man sich gar mit Geld freikaufen kann. Daneben existiert die Vorstellung von einem unabänderlichen göttlich festgelegten Schicksal, in das man sich fügen muss. Und gleichzeitig gibt es auch die Lehre vom Karma.

Der Begriff Karma kommt aus dem Sanskrit, der Sprache der klassischen indischen Kultur, und bedeutet Tat oder Handlungsfolge. Dahinter verbirgt sich das kosmische Gesetz von Ursache und Wirkung. „Du wirst ernten, was Du säst.“ Jeder Gedanke, jedes Wort, jede Tat zieht demzufolge eine Lebenserfahrung nach sich, die man in Ihrer Qualität selbst bestimmt hat. In diesem Modell ist der Mensch oder die Menschheit nicht nur selbst verantwortlich für jede Handlung und deren Folgen, sondern auch für die Erlösung von den Konsequenzen und Lebensumständen.

Der Begriff Karma ist eng verbunden mit der Vorstellung von Reinkarnation (Wiedergeburt).  Nach der Karmalehre wirken sich Taten oder der Bewusstseinszustand, den man in diesem Leben erreicht, auf die Umstände aus, in die man im nächsten Leben geboren wird. Und in dieser nächsten Inkarnation bekommt man die Gelegenheit sein Karma zu verbessern, zu verschlechtern oder zu erlösen. Neben dem persönlichen Karma hat man die Chance, das Familienkarma zu verändern, das bis in die 5. Generation zurückreichen kann. Das bedeutet, das man auch Verantwortung für die kommenden Generationen seiner Familie übernimmt. Was der Vater nicht löst, wird auf den Sohn, dann auf den Enkel übertragen, usw. Man wird nun mit Situationen und Personen konfrontiert, die einem die Gelegenheit bieten, sich erneut mit einem Thema auseinanderzusetzen, neue Erkenntnisse zu gewinnen und sich entsprechend anders zu verhalten. Ziel ist es, jegliches frühere Karma irgendwann aufzulösen und kein neues Karma auf dem „kosmischen Konto“ anzusammeln. Dies setzt voraus, dass man ohne Vorbehalte, Urteile, Erwartungen und Wünsche in der Welt ist. Die Erleuchtung ist die Eintrittspforte in den karmalosen Zustand, das Nirwana.

Mittlerweile ist der Begriff Karma auch in der westlichen Welt populär. Häufig beruft man sich auf vermeintliche karmische Verbindungen und Verstrickungen, wenn sich Beziehungen jeglicher Art nicht wunschgemäß gestalten. Auch der Begriff Seelenpartner wird oft mit Karma in Verbindung gebracht. Dabei wird jedoch die eigentliche Bedeutung verzerrt und übersehen, dass jede Begegnung und Erfahrung uns die Gelegenheit bieten möchte zu wachsen. Interpretiert man Karma in dieser Weise, passt der Begriff hervorragend in unsere heutige Zeit. Dabei ist es gleichgültig, ob das Thema in einer früheren Inkarnation der Person entstanden ist oder einer Familienproblematik entstammt. Ein sogenanntes karmisches Thema macht uns darauf aufmerksam, dass etwas – eine Erinnerung, ein Programm, eine Energie -gesehen, gefühlt, wahrgenommen werden möchte, damit es integriert werden kann, und sich die Problematik für das Individuum und die Gemeinschaft der Menschheit auflösen kann.